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Technik ja – aber mit Augenmaß

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Dortmund, 10. November 2021. Möglichst lange möglichst selbstständig in den eigenen vier Wänden leben – gut 95 Prozent der Deutschen wünschen sich genau das. Dabei können neue Techniken – oder kurz: die Digitalisierung – helfen. Darüber waren sich alle Experten bei der 80. Ausgabe des Dortmunder Dialogs einig.

Wir von der Caritas Dortmund waren Gastgeber bei dieser Veranstaltung der Gesellschaft zur Förderung des Strukturwandels in der Arbeitsgesellschaft e.V. (GFS). Unser Vorstandsvorsitzender Ansgar Funcke machte gleich zu Beginn klar, dass die Situation in der Pflege mit „aktuell 120.000 Menschen, die fehlen“, dramatisch sei. Und die Situation werde sich weiter verschärfen.

Da wäre es doch praktisch, wenn Elektronik älteren Menschen hilft. „Es geht um Sicherheit im Alter“, betonte Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum in seinem Vortrag. „Technik wird soziale Dienstleistungen allerdings nicht ersetzen“, so Heinze. Von Robotern in der Pflege halte er nichts. Sensoren im Fußboden, die Stürze von älteren Menschen erkennen, oder Armbänder, die medizinische Daten an die Notfallzentrale senden – das seien dagegen sinnvolle Ansätze. Beispiele aus der Praxis ergänzte Dr. Bettina Horster von der Dortmunder VIVAI Software AG, die solche Systeme zur Marktreife gebracht hat.

Für Prof. Heinze steht zudem fest, dass Technik alleine nicht ausreicht. Auch Ärzte, Apotheker, die Politik oder Kommunen müssen die Technik unterstützen. Das griff Martin Rutha, bei der Stadt Dortmund Leiter des Fachdienstes für Senioren, auf. Auch die Verwaltung wisse, dass die Menschen in ihrem gewohnten Umfeld alt werden möchten. „Es gibt zudem deutlich mehr alleinstehende Senioren“, so Rutha.

In der anschließenden Diskussion, an der auch Caritas-Vorstandsmitglied Tobias Berghoff und Dr. Gesa Linnemann von der FH Münster teilnahmen, wurde schnell klar: „Das Alter gibt es nicht“, so Dr. Linnemann. Und Menschen wandeln sich im Alter. Während der eine 70-Jährige noch arbeitet, braucht ein anderer Unterstützung im Alltag.

Vor allem die älteren Menschen im Publikum betonten, dass sie moderner Technik gar nicht ablehnend gegenüberstehen. Wichtig sei, dass Funktionen von Menschen erklärt werden. Und jeder wolle selbst entscheiden, wie weit die Digitalisierung in den Alltag eingreift. Einen vernetzten Kühlschrank brauche niemand, digitale Notrufsysteme schon.

Abschließend wünschte Tobias Berghoff „Menschen und Partner zu finden, mit denen wir nicht viel quatschen, sondern machen“. Die Caritas Dortmund steht bereit.

 

Fotos v.l.n.r.:

  1. Martin Rutha stellte beim Dortmunder Dialog die Seniorenarbeit der Stadt Dortmund vor.
  2. Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum kann technischen Lösungen, die den Alltag von älteren Menschen sicherer machen, viel Positives abgewinnen.
  3. Ansgar Funcke, Vorstandvorsitzender des Caritasverbandes Dortmund, begrüßte die Besucherinnen und Besucher des Dortmunder Dialogs.
  4. Caritas-Vorstandsmitglied Tobias Berghoff wünscht sich Partner, die die Digitalisierung aktiv voranbringen.
  5. Intensiv diskutierten Dr. Gesa Linnemann (FH Münster), Martin Rutha (Leiter des Fachdienstes für Senioren der Stadt Dortmund), Moderatorin Sabine Ziemke, Prof. Dr. Rolf G. Heinze von der Ruhr-Universität Bochum sowie Tobias Berghoff, Mitglied des Vorstandes des Caritasverbandes Dortmund, (von links) beim Dortmunder Dialog 80.

Foto und Text: CV Dortmund/Wolfgang Maas

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